Im September 2014 fand unser drittes kostenloses mobiles Gesundheitscamp im Tsum Valley statt. Bei den drei üblichen Stops in Chumling, Lar und Nile konnten über 850 Menschen medizinisch versorgt werden. Zusätzlich wurden Hygieneschulungen abgehalten und zeitgleich Hygieneartikel verteilt. Auch warme Bekleidung und Schulsachen für über 400 Kinder in neun Schulen waren wieder mit an Board. Dieses Jahr wurde auch der Grundstein für eine Bibliothek für alle Schulen im Tsum gelegt, die Bücher wurden an die zuständigen LeherInnen übergeben. Am Ende des dreiwöchigen Camps wurde als großes Highlight der schön gelegene Bauplatz für den neuen Gesundheitsposten vermessen, den die Dorfgemeinde Lar uns zur Verfügung gestellt hat.

Auch dieses Jahr wurden die Flüge, Unterkunft usw. von den österreichischen Freiwilligen selbst bezahlt, um die Spenden direkt in das Projekt fließen zu lassen.

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Unser Team
– Sabine Klotz, Werner Wirth, Tom Cisar (Chay Ya Austria)
– Almut Eichelter und Bill Keller (österr. Krankenschwester, US-amerikanischer Krankenpfleger )
– Dr. Ravi Raj Timasine (Arzt aus Nepal, Pokhara)
– Dr. Magdalena Wiesmayer (Ärztin aus Niederöstereich)
– Dr. Christoph Mayer (Arzt aus Niederösterreich)
– Karma Lama, Trekking-Führer
– Sonam Bhuti, Dolmetscherin Tibetisch/Englisch
– Sonam Dharke, Dolmetscher Tibetisch/Englisch
– Neema, Dhai, Sonam und Didi (vier nepalesische TrägerInnen für Notfallmedizin und persönliches Gepäck)
– 23 Maultiere, die jeweils 60 kg Hilfsgüter schleppten, insgesamt über 1,7 Tonnen

Krankheitsbilder

Wie auch in den vergangen zwei Jahren waren die meisten der Krankheiten durch die Kälte und die schlechte Ernährung verursacht. Ein Großteil der Kinder litt unter Ohren- und Halsschmerzen, die ältere Generation hatte durch die anstrengende Arbeit auf dem Feld Rücken- und Gelenkschmerzen. Vor allem schwangere Frauen und Kinder hatten extremen Eisen- und Vitaminmangel. Gastritis, eine Krankheit bei der starke Bauchschmerzen auftreten, ist eine der Krankheiten schlechthin im Tsum – die Winter sind kalt und lange, und meist gibt es nur gerösteten Gerstenbrei (Tsampa) mit scharfen Chilis. Diese eintönige Ernährung reizt den Magen und schwächt das Immunsystem.

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Bakterielle Hautinfektionen oder Krätze waren früher an der Tagesordnung, knapp ein Drittel der Kinder litt daran. Im diesjährigen Camp konnte aber nur noch ein einziger Fall ausfindig gemacht werden, die Hygieneschulungen bewirken eine großen Rückgang der Hautkrankheiten.

Mehrere PatientInnen mussten mit Antibiotika behandelt werden, vor allem bei starken Verbrennungen, offenen Wunden und Lungenentzündungen.

Die hygienischen Bedingungen im Tsum verbessern sich von Jahr zu Jahr, mittlerweile gibt es mehrere Toiletten in allen Dörfern, und die DorfbewohnerInnen sowie ihre Kleidung sind im Vergleich zu den vorherigen Jahren um einiges sauberer. Vor allem die Kinder benutzen Seife und Zahnbürsten mit großem Enthusiasmus.

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Versorgung von neun Schulen im Tsum Valley

Seit 2009 werden die Schulen in Lokpa, Chumling, Ripchet, Chumchet, Kaye, Tanju, Lar, Nile, Khat regelmäßig mit Schulmaterialien und Wasserfiltern versorgt. Seit November 2014 können wir auch Dank dem österreichischen Sportministerium zwei Lehrer im Tsum anstellen, die zwischen den Schulen wechseln, auch wurden Sportequipment und Sportschuhe zur Verfügung gestellt. Durch das Sportprojekt sollen die Einschulungsraten um mindestens 20 Prozent ansteigen, und der Schulalltag vor allem für Mädchen attraktiver gemacht werden.

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Zukunftspläne – Health-Post in Lar

Im September wurde das Grundstück, dass uns die Dorfgemeinschaft Lar zur Verfügung stellt, gemeinsam besichtigt und vermessen. Ende Oktober wurde der erste Spatenstich gesetzt, und die ansässigen Familien sammelten fleißig Steine für die Mauern. Wie bei allen unsern Projekten wird die lokale Dorfgemeinschaf eng miteinbezogen, wir stellen hierbei das Wissen sowie das Material, die Arbeitsleistung wird von den DorfbewohnerInnen gestellt. So entsteht ein Verantwortungsgefühl der lokalen Gemeinschaft für den Gesundheitsposten.